1.00 Bauerngarten

Die Pforte in den Garten bildet der Bauerngarten mit seiner markanten Umzäunung aus Hainbuchenhecke bzw. Beeteinfassung aus Buchsbaum. Es handelt sich hierbei um einen Bauerngarten mit norddeutscher Prägung. Das Aussehen eines historischen Bauerngartens ist nicht direkt überliefert, da die Bauern ihrer Gärten nicht dokumentiert haben. Jedoch kann man sich anhand der Beschreibungen von Klostergärten und von Darstellungen in einigen mittelalterlichen Pflanzenbüchern ein ungefähres Bild machen.

Mit Bauerngärten assoziieren die meisten üppige Blumenrabatten und auch den Geschmack von frischem Gemüse und duftenden Kräutern. Zierpflanzen nahmen in historischen Gärten jedoch nur einen sehr kleinen Teil ein, denn in erster Linie wurden die Beete für die Selbstversorgung angelegt. Die angebauten Pflanzen dienten dabei nicht nur zur Ernährung, sondern vor allem zur Verwendung in der Hausapotheke, als Werkzeuge, Färbe- und Waschmittel. Zu jedem Bauerngarten gehören auch eine Vielzahl von Obststräuchern und –bäumen.

Unsere angebauten Gemüse- und Kräuterpflanzen verwenden wir zum größten Teil in unserer Kräuterküche. Bei der Pflanzenwahl liegt der Schwerpunkt vor allem auf alten, bereits vergessenen, Kulturen, und solchen, die verschiedene Besonderheiten aufweisen. So ernten wir beispielsweise das ganze Jahr Salat von der Rehzunge. Sie hat dicke, fleischige Blätter, die hervorragend in jeden Salat passen.

Um das Bild eines blühenden Bauerngartens nicht völlig zu verwerfen, sind auf einem Beet verschiedene, üppig blühende Stauden zu sehen. Auf einem weiteren Beet finden wir eine Obstbaum-Lebensgemeinschaft vor. Dieses Anbaukonzept nach den Prinzipien der Permakultur dient der gegenseitigen Pflanzenunterstützung und –begünstigung.