7.00 Capitulare de Villis

(Verordnung über die Krongüter und Reichshöfe Karls des Großen)

Mit dem Karlsgarten wollte Karl der Große die Versorgung am Hofe gewährleisten. Zum einen diente dies seiner eigenen Verköstigung, wenn er auf seinen Reisen einkehrte. Zum anderen sollte es das Nahrungsangebot in seinem Reich sichern und somit die allgemeine Gesundheit gewährleisten. So verordnete Karl der Große nach dem Muster der Klöster und mit den Ratschlägen der Mönche und Nonnen Gärten zur besseren Versorgung anzulegen. In Kapitel 70 des Runderlasses gibt es eine Pflanzenliste mit 73 Heil- und Würzkräutern, Gemüse- und einigen anderen Nutzpflanzen, sowie 16 verschiedenen Obstbäumen. Hierzu gehören: Mangold, Kohlrabi, Pastinake, Gurken, Kürbisse, Sellerie, Bohnen, Zwiebeln, Salat, Kresse, Knoblauch, Petersilie, Lauch, Koriander, Rosmarin, Bohnenkraut, verschiedene Minzen, Schlafmohn, Wegwarte, Mutterkraut, Krapp, wilde Malve, Rosen und Lilien.

Neben den Pflanzenarten, die zu kultivieren waren,  beinhaltete die Krongüterverordnung u.a. Tierarten und-mengen, die zu halten waren, die Bewirtschaftung der Wälder, Handwerker, die zu einem Hofgut gehören sollten, Vorratshaltung und Hygienevorschriften.

Als wichtiger Meilenstein ermöglicht uns das klare Regelwerk Karls des Großen einen Einblick in die Kultursorten des 9. Jahrhunderts.