8.10 Heilpflanzen - Leber und Galle

Die Mariendistel ist eine der schönsten und größten Disteln. Sie wird seit 2000 Jahren als Lebertherapeutikum geschätzt. Die Samen der Pflanze schützen die Leber vor Schäden durch Alkohol und Hepatitis. Sie wirken auch bei der heute so verbreiteten Fettleber regenerativ. Verantwortlich für diese Leberschutzwirkung ist der Wirkstoffkomplex Silymarin, der auch bei höherer Dosierung nebenwirkungsfrei ist. Für leberempfindliche Menschen ist ein Tee aus Mariendistelsamen empfehlenswert.

Der Löwenzahn wird schon in mittelalterlichen Kräuterbüchern als wertvolles Heilkraut erwähnt. Er wurde vor allem bei Galle- und Leberleiden, Durchfall, Fieber und Seitenstechen angewendet. Heute ist das wichtigste Anwendungsgebiet des Löwenzahns, die Entschlackung in der Frühjahres- und Herbstkur, weil er die Ausscheidung fördert, sowie Niere und Leber aktiviert. Löwenzahn hat aber auch eine günstige Wirkung auf das Bindegewebe und damit eine Heilwirkung bei Rheuma und Gicht. In der Küche können die jungen, zarten Blätter zu einem herben, leicht bitteren Wildsalat oder zu einem spinatähnlichen Gemüse zubereitet werden. Aus den Blüten lässt sich ein stoffwechselanregender Wein oder Likör zubereiten. In Honig eingelegte Blüten sind ein vortrefflicher Brotaufstrich.