Der Faulbaum tut nur so, erst gar kein Faulpelz

Pflanzenporträt: Der Faulbaum

Der Echte Faulbaum (Frangula alnus, früher auch Rhamnus frangula) ist ein heimischer, meist 2 – 4m hoher, mehrstämmiger Strauch aus der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Seine unnauffälligen grünlich-weißen Blüten bieten reichlich Nektar und Pollen. Obwohl er unscheinbar wirkt und sein Name wenig schmeichelhaft klingt, gehört er ökologisch zu den besonders wertvollen heimischen Gehölzen.

Ökologische Bedeutung

Seine ökologische Bedeutung geht weit über die Blüten hinaus. Der Faulbaum ist eine zentrale Raupenfutterpflanze des Zitronenfalters (Gonepteryx rhamni). Zusammen mit dem Purgier-Kreuzdorn gehört er zu den wichtigsten bzw. praktisch einzigen Futterpflanzen, an denen sich die Raupen des Zitronenfalters entwickeln können. 

Damit ist der Faulbaum ein schönes Beispiel dafür, dass der Wert einer Pflanze nicht allein daran gemessen werden sollte, wie viele Bestäuber ihre Blüten besuchen. Eine Pflanze kann für eine Tierart als Larven- oder Raupenfutter viel wichtiger sein als als Nektarquelle.

Ethymologie

Wird die Rinde verletzt oder frisch abgeschält, entsteht ein unangenehmer, faulig riechender Geruch. Daher kommen auch Namen wie Stinkbaum oder Stinkstrauch. Der Geruch kann dabei sogar eine Schutzwirkung gegenüber Wildverbiss haben.

Die Holzkohle des Faulbaums war wegen ihrer Eigenschaften für die Herstellung von Schwarzpulver begehrt. Deshalb wurde das Holz des Faulbaums früher gezielt dafür verwendet. Der Name „Pulverholz“ ist also eine direkte Anspielung auf Schießpulver; „Schießbeere“ bzw. „Schießkraut“ hängt ebenfalls mit dieser historischen Nutzung zusammen.

Quellen:

https://roth.bund-naturschutz.de/natur-vor-der-haustuer/artenportraits/faulbaum?utm_source=chatgpt.com

https://www.naturadb.de/pflanzen/rhamnus-frangula

Naturforschende Gesellschaft Mecklenburg-Vorpommern Fachgruppe Botanik

Text und Fotos: Meike Kandner